Ausstellung Ausstellungseröffnung - Would Stones Dream of Our Future?

So, 09.02.2025 –
So, 16.03.2025

12:00 – 18:00 Uhr

Goethe-Institut China

Ausstellung „Would Stones Dream of Our Future?“
Kuratorinnen: Fu Congle, Quan Huo
Künstler*innen: He Zike, Lukas Liese, Saadia Mirza,Zhang Wenxin,Zhou Xiaopeng
Visual Design: up2u studio
Dauer der Ausstellung: 9. Februar – 16. März 2025, 12:00-18:00 Uhr, montags geschlossen
Ort: Goethe-Institut China
Adresse: Originality Square, 798 Art District, Jiuxianqiao Road Nr. 2, Chaoyang District, Peking
Eintritt frei

Eröffnungsveranstaltung

Diskussion „Hoch hinaus: Ahnen, Technik und Kosmos im Gebirge“
Zeit: 9. Februar 2025, 14Uhr
Gäste: Chen Qiufan, He Zike
Moderation: Fu Congle, Quan Huo
Sprache: Chinesisch

Filmvorführung „Journey to the West“(Regie: Kong Dashan, Science-Fiction, China, 2021)
Zeit: 9. Februar 2025, 15:30Uhr
Dauer des Films: 118 Min.
Sprache: Chinesisch mit chinesischen und englischen Untertiteln
Ort: Goethe-Institut China
Eintritt frei


Ab dem 9. Februar 2025 ist im Goethe-Institut China die von Fu Congle und Quan Huo eigens für den Grey Cube kuratierte Ausstellung „Steine der Zukunft“ zu sehen. Die Ausstellung präsentiert die Steine als Speicher von Zeit und Geschichte und lädt dazu ein, mit ihnen zu wandern – von der Entstehung der Muscheln bis hin zum Weltuntergang und der Neuschöpfung des Universums. Am Tag der Eröffnung wird zudem eineDiskussion zwischen dem Science-Fiction-Autor Chen Qiufan und der Künstlerin He Zikeder stattfinden, mit anschließender Filmvorführung „Journey to the West“ (Science-Fiction).

Die Ausstellung baut mittels karstartiger Berg- und Felsformationen eine Sammlung von Höhlen der Zukunft auf. Karstlandschaften, die von reliefartigen, freistehenden Felsen durchzogen sind, laden mit ihren vielfältigen Höhlen und Dolinen zum Durchstreifen und Fantasieren ein und offenbaren versiegelte Geheimnisse aus der Tiefe fernen Urzeiten.

Mit Geräuschen berstender Gletscher und Videos aus dem Innenleben von Höhlen zeigt die Ausstellung auf poetische Weise die in Urzeiten wurzelnde Vergangenheit und Gegenwart. Sie beleuchtet, wie die Zeit einst in die geologischen Strukturen eingelagert wurde und wie zukünftige Menschen dereinst die im Boden vergrabene Gegenwart wieder ausheben werden. Damit wird die Frage aufgeworfen, ob wir uns eine andere Zukunft als bisher vorstellen können, wenn wir die Berge als Speicher von Zeit und Erinnerung betrachten.

In Zhang Wenxins künstlerischem Schaffen ist das Motiv der Höhle stets präsent. Höhlen sind für sie Skulpturen aus den Tiefen der Urzeit, die dazu einladen, in die porösen, gespaltenen Formen einzudringen und darin auf- und abzusteigen.

Lukas Liese zeigt zwei Arbeiten mit Erosionsspuren von Säure auf Steinen und beleuchtet damit, wie eine Landschaft durch die Natur modelliert wird.

Saadia Mirza präsentiert in immersiven Klangarbeiten, wie der Eisberg B15 vom Ross-Schelfeis abbricht, sich löst und aufs offene Meer treibt. Es sind Klänge des Eisbergs aus tiefster Vergangenheit.

Zhou Xiaopeng dokumentiert mit skizzenhaften Zeichnungen, wie im estnischen Ölschiefer Rohöl gewonnen wird. Dabei wird die uralte Zeit durch die Minenarbeiter verbrannt und in heutigen Energiewert, ja sogar in virtuellen Geldwert, umgewandelt.

He Zike stammt aus Guiyang in der dicht von Bergen und Tälern durchzogenen Provinz Guizhou. Dort liegt die Datenbank „Guizhou on the Cloud“, eine riesige Anlage, die wie eine Antwort aus der materiellen Welt auf die abstrakte Vision dieser Ausstellung betrachtet werden kann. He Zike stellt sich vor, wie eine Datenbank mit dem gespeicherten Gedächtnis einer Stadt in sich zusammenstürzt und in alle Winde zerstreut wird. Die Betrachter sind eingeladen, einem Taxi durch das Chaos von Erinnerungs-Highways zu folgen.


Die Künstler*innen

He Zike wurde 1990 in Guiyang, China, geboren und verwendet in ihren künstlerischen Arbeiten Videos, Texte, Performance, Drucke, Installation und Computerprogramme. Durch Einbeziehung persönlicher Erinnerungen in ihre Recherchen und Arbeiten vor Ort, beleuchtet He Zike in ihren Arbeiten das Zusammenspiel zwischen Zeit, Alltagsleben und technischem Umfeld. Damit untersucht sie auf erzählerische Weise das Durcheinander unter den geordneten Oberflächen.

Lukas Liese wurde 1991 in München geboren. Seit 2010 lebt und arbeitet er in Berlin. Er studierte Freie Kunst und Bildhauerei an der Kunsthochschule Berlin Weißensee und an der University of Minnesota in Minneapolis. 2019 schloss er sein Studium als Meisterschüler bei Prof. Else Gabriel ab. Er hat an zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen teilgenommen, unter anderem in den Uferhallen Berlin, im Bärenzwinger Berlin, im Kunstmuseum Heidenheim, in der Warte für Kunst in Kassel oder in der Galerie Mazzoli Berlin. Für seine Arbeit wurde er unter anderem mit dem Deutschlandstipendium (2017), dem Mart-Stam-Preis (2018), dem Elsa-Neumann-Stipendium des Landes Berlin (2020) dem Neustart Plus Stipendium der Stiftung Kunstfonds (2023) und dem Bernhard Heiliger Stipendium (2025) ausgezeichnet.

Saadia Mirza lebt als Künstlerin und Forscherin in Paris. Sie befasst sich mit Themen wie Landschaft, Wahrnehmung und Embodiment. In ihrem Schaffen betrachtet sie das Sehen und das Hören als künstlerische Mittel zur Konstruktion der Welt. Der Akt des Wahrnehmens ist für sie daher sowohl ein politischer wie auch ein ästhetischer Prozess. In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und Forschern verwendet sie Datensätze, die über Krieg, Konflikte und Klimawandel erzählen. Ihre Arbeiten umfassen Film, Kartografie, Klanginstallation, Animation, Mixed Reality und digitale Filmtechniken.

Zhang Wenxin, geboren 1989, lebt und arbeitet in Hangzhou. Sie absolvierte 2013 einen MFA am California College of the Arts und bezeichnet sich selbst als Landschaftsarchitektin. In ihrer Arbeit geht es ihr darum, das komplizierte Terrain zwischen menschlichen und nicht-menschlichen Intelligenzen zu simulieren. Mithilfe von Bildern, Filmen, Installationen und Klanglandschaften erzeugt sie Wahrnehmungsreisen, die in Tiefenschichten führen, in denen die mechanische Zeit mit der magischen Zeit verflochten ist.

Zhou Xiaopeng lebt als visueller Künstler in Berlin. In seinen Arbeiten, die auf Langzeitbeobachtungen und alltäglichen Interaktionen beruhen, verbindet er mittels Malerei, Videos und Installationen gemeinsame Lebenserfahrungen von Individuen. In seinen jüngsten Werken erkundet er mit unterschiedlichsten Medien die Schnittstellen zwischen vielfältigen Kontexten und Themen wie wissenschaftliche Forschung, Professionalität und Amateurtum, alltägliche Begleitung und Fürsorge sowie ökologische und ethische Belange.


Die Kuratorinnen

Fu Congle, wohnhaft in Zürich, ist Doktorandin am Seminar für Filmwissenschaft der Universität Zürich. In ihrer Doktorarbeit beschäftigt sie sich mit der intersektionalen politischen Ästhetik von Installationen mit bewegten Bildern und Ausstellungsräumen.

Quan Huo, Text- und Videokünstlerin, hat an der Freien Universität Berlin Vergleichende Literaturwissenschaft und Film studiert und lebt in Enshi in der Provinz Hubei. Sie beschäftigt sich mit Gebirgen, Science Fiction, Okkultismus und allem, was damit zusammenhängt.



Die Veranstalter bedanken sich bei Huang Wenlong, Jin Yanan, Lü Chengping, Niu Xiaoning, Zhao Yue sowie dem MACA (Macalline Center of Art) für ihre wertvolle Unterstützung dieser Ausstellung. Der Dank gilt außerdem dem Filmregisseur Kong Dashan sowie allen Produzenten für ihre freundliche Unterstützung und die technische Unterstützung bei der Vorführung.

Text: Fu Congle, Quan Huo
Deutsche Übersetzung: Eva Lüdi Kong

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